1. STARTupRUHR Check zeigt, wie Ruhrgründer ihre Lage sehen

Ruhr Start-ups beklagen zu wenig Investoren

In Kooperation mit der KPMG Essen hat das Unternehmensnetzwerks pro Ruhrgebiet eine speziell und exklusiv an Ruhrgebiets Start-ups adressierte Online Befragung durchgeführt. Dieser „1. STARTupRUHR Check“ dürfte einer der ersten umfassenden regionalen Start-up Befragungen in Deutschland. sein. Befragt wurden 350 Start-ups aus dem Ruhrgebiet, die mit einer Quote von 21 % ausgewerteten Fragebögen beantwortet wurden

Ruhrgründer lieben den Pott, aber bei der Metropole Ruhr als Start-up Standort sehen sie sehr viel Luft nach oben. So lässt sich die Haltung der Ruhr – Start-ups zum Standort auf den Punkt bringen.

Warum haben die Gründer das Ruhrgebiet als Standort ihres Start-ups gewählt? Es ist die persönliche Verbundenheit zu den unkomplizierten Menschen und zur Region, die emotionale Nähe. Aber sie wissen auch rational die Vorzüge des großen Ballungsraums, seine Kundennähe, seine Infrastruktur und die kurzen Wege sowie das Fachkräftereservoir zu schätzen und hoffen für die Zukunft auf dieses Potential.

Positiv hervorgehoben werden auch die Gründer- und Businessplan Wettbewerbe, wie  der Businessplan Wettbewerb Medizinwirtschaft und der Gründer Wettbewerb KUER (Klima, Umwelt, Energieeinsparung, Ressourcenschonung).

Die Ruhr Start-ups haben allerdings auch eine Reihe von Kritikpunkten am Standort Metropole Ruhr Ruhr:

  • Aus der Sicht der Gründer fehlen dem Ruhrgebiet die Investoren. 71 % von ihnen sind auf der dringenden Suche nach Kapital, denn 93 % wollen jetzt wachsen und Personal einstellen.
  • Die Start-ups fühlen sich allein gelassen, beklagen die fehlende Vernetzung. Sie fordern „EINE Start-up Szene in Zusammenarbeit mit allen Ruhrgebietsstädten“.
  • Auch die Vernetzung mit den etablierten Unternehmen wird als unzureichend beklagt, z.B. „Kooperationsanfragen scheitern“ und „Start-ups werden nicht ernst genommen“
  • Als wichtigste Ursache von Problemen machen die Start-ups das „Kirchturmdenken“ im Ruhrgebiet aus: „Als Ballungsgebiet hätte man genug Masse und Relevanz, jede Stadt allein hat keine Chance.“
  • Weiter bemängeln die Start-ups fehlende politische Unterstützung, Intransparenz und Zielungenauigkeit der Gründerunterstützungsangebote. (mit Ausnahme der Businessplan- und Gründerwettbewerbe), schlechtes Image des Standorts, historisch gewachsene (Konzern)-Mentalität und fehlender Gründergeist an den Hochschulen gehören ebenfalls dazu.

Die Befragungsergebnisse lassen auch erkennen, wo die Start-ups den dringendsten Handlungsbedarf sehen.

  • Die Wirtschaftsförderung für Start-ups weniger städte- sondern mehr branchenorientiert – mit viel tieferen Branchenkenntnissen, Kompetenzen und Netzwerken bzgl. Investoren organisieren
  • Bei den Fördermaßnahmen für die Gründerszene eine stärkere Differenzierung zwischen Existenzgründern und Technologie getriebenen Start-ups vornehmen
  • Speziellen Support in der Nachgründungsphase anbieten
  • Öffnung der etablierten Unternehmen vor Ort für eine Kooperation mit den Start-ups.

Die Befragung hat auch für BAAR wichtige und schmerzliche Erkenntnisse gebracht, die z.T. die eigene Wahrnehmung bestätigen. Es gelingt nur schwer, unternehmerisch erfahrene und hinreichend vermögende Personen, die im Ruhrgebiet sicher in großer Zahl vorhanden sind, für die interessante Tätigkeit eines Business Angels zu gewinnen und umgekehrt ist es nicht leicht, Investoren von auswärts für Ruhr Start-ups zu interessieren. Durch die Informationszersplitterung in Ruhrgebiert dürfte BAAR auch nicht bei allen Start-ups hinreichend bekannt sein.

BAAR wird daher in 2018 eine neue Initiative ergreifen, nachdem bereits in 2017 die Zusammenarbeit mit der Start-up Zeitschrift Berlin Valley gepflegt wurde.

Weitere Informationen: info@proruhrgebiet.de