Säule II: Der „Norden“ hat die Nase vorn

Es kommt Bewegung in die lang erwarteten Corona-Start-up Hilfen der sog. Säule II der Bundesregierung. Seit der vergangenen Woche haben innovative Hamburger Start-ups und wachstumsorientierte kleine Mittelständler in der Hansestadt die Möglichkeit, die Fördermittel zu beantragen. Bereits in der Woche zuvor wurde eine Antragsstellung in Schleswig-Holstein möglich.

Die Förderung der Säule II richtet sich an Start-ups und kleine Unternehmen, an denen kein Venture-Capital-Fonds beteiligt ist. Gefördert werden Anschaffungen (Investitionen) und laufende Kosten (Betriebsmittel), wenn die Unternehmen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Das Start-up muss seinen wirtschaftlichen Schwerpunkt in Deutschland haben,
  • das Unternehmen war zum 31.12.2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten,
  • der Gruppenumsatz liegt bei max. 75 Mio. Euro.

Hamburg
In Hamburg werden die Fondsmittel über die Hamburgische Investitions- und Förderbank an die IFB Innovationsstarter GmbH und die BTG Beteiligungsgesellschaft Hamburg mbH weitergeleitet, die die Anträge bearbeiten. Der Fonds umfasst ein Fördervolumen von insgesamt bis zu 50 Millionen Euro. Über ihn sollen langfristige Risiko- und Eigenkapitalfinanzierungen für Start-ups und wachstumsorientierte kleine Mittelständler realisiert werden.

Schleswig-Holstein
In Schleswig-Holstein übernimmt den Finanzierungspart die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein (MBG). Die Regelung hier: Nach der Kontaktaufnahme erfolgt die Antragstellung nicht wie in Hamburg über ein digitales Antragsformular, sondern in Form des Business Plans. Aus dem „Sonder-Beteiligungsprogramm Schleswig-Holstein“ kann ein Unternehmen bis zu 800.000 Euro Eigenkapital oder eigenkapitalähnliche Finanzierungen mit einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren erhalten.

In vielen anderen Bundesländern wird die Möglichkeit zur Antragsstellung für die Start-up-Hilfen der Säule II in Kürze ebenfalls gegeben sein. In Bayern etwa soll dies ab „Mitte Juli“ möglich sein, in Berlin wird aktuell noch „mit Hochdruck daran gearbeitet“.